Samstag, 13. August 2016

Im nächsten Leben werde ich dann Katze

Rasen fertig gemäht, Mähbock sicher verstaut … und dann fällt hinter mir die riesige Gartentür ins Schloss. Ausgesperrt! Na toll! Zum Glück habe ich Kinder, die umgehend zu Hilfe eilen, um ihre dolle Mama zu retten. Also, theoretisch …

In der realen Welt jedoch fällt die Tür zu und die Suse steht da wie belämmert. Alles Gekreische ist für die Katz. Mich könnte hinterm Haus ein Bär zerfleischen, meine Kids würden es nicht bemerken. Dafür steht besagte Katz nun neben mir und schaut verwundert zu mir auf.
„Was mach ich denn jetzt?“, frage ich sie. Sogleich bekomme ich eine beeindruckende Antwort. Elegant springt unsere Kleinwildjägerin zuerst auf den Mähbock-Schuppen, dann auf die Mauer. Bei ihr sieht das einfach super aus. Und super einfach. Elfengleich.
„Jetzt du“, signalisiert mir ihr Blick. Ich überlege krampfhaft, ob sie nun die Heldin oder die Angeberin mimt. Warum? Weil sie nämlich auch den schmalen Durchgang neben der Gartentür hätte nehmen können. Den sie sonst auch immer nimmt. Schließlich kann sie ja gar nicht wissen, dass ich da nicht durchpasse. Aber nö ...
Nun gut, was soll´s. Mit dem Wissen, dass mir Unsportlichkeit und Höhenangst nicht besonders hilfreich sein würden, klettere ich drauflos. Und hoffe so sehr, dass mich niemand dabei sieht. Zwischendurch schreie ich immer mal wieder nach meinen Kindern, was das Gesamtbild meiner Situation sicher nicht besser macht. Und dann diese Gedanken, die mich beim Besteigen der Mauer begleiten. Was, wenn aufmerksame Spaziergänger glauben, ich wäre eine Einbrecherin? Nicht, dass ich den Damen und Herren vom SEK keinen Spaß gönnen würde. Ungeschickte kleine Frau, kreischend, im Duell mit einer Gartenmauer. Sehen die bestimmt auch nicht alle Tage.
Oben angekommen – ich weiß bis jetzt noch nicht wie – fällt mein Blick als erstes runter auf die andere Seite. In den Garten. Von oben scheint die Mauer tatsächlich noch ein bisschen höher zu sein. Mir wird schwindelig. Außerdem fallen mir spontan kleine Aufgaben ein, die ich meinen Kindern später noch anvertrauen könnte. Zum Beispiel das Schrubben der Biotonne. Und der Siphon in der Dusche möchte auch mal wieder enthaart werden. Familienmitglieder mit kleinen dünnen Fingern eignen sich für derartige Jobs besonders gut. Und die Ohren müssen dafür auch nicht funktionieren ...
Aber nun erst mal auf zum nächsten Akt: Wie komme ich nun von der eindeutig zu hohen Mauer wieder runter? Glück im Unglück, steht am anderen Ende die kleine Trittleiter. Wenn ich es bis zu ihr schaffe, bin ich in Sicherheit. Denke ich mir und krabbele in ihre Richtung. Auf der Mauer. Ich würde jetzt gerne einen Vergleich bieten, um der Situation einen anschaulichen Rahmen zu geben. Aber mir fällt echt nichts ein. Jedenfalls hoffe ich immer noch inständig, dass mir niemand dabei zuschaut. Außer der Katze. Ihrem Blick nach zu urteilen, kann die das auch gerade alles nicht fassen. Gut, dass sie kein eigenes Handy besitzt. Die hätte mich mit Sicherheit auflaufen lassen.
Man glaubt es kaum (und ich am allerwenigsten), aber – tadaaa – ich habe es tatsächlich irgendwann geschafft. Trotz interessanter Überraschungen wie zankfreudiges Efeu, dem Pfosten der Terrassenüberdachung, der sich mir mitten in den Weg gestellt hat, und einer losen Mauerabdeckung habe ich die Leiter erreicht und bin mehr oder weniger sicher im Garten gelandet. Elfengleich. Na ja, im weitesten Sinne ...

So, ich geh dann mal die Kinder suchen :0)

Freitag, 29. Juli 2016

#BabyBlues oder so

Ein Mitarbeiter bitte in die Babyabteilung, dort hängt eine kleine faltige Frau weinend zwischen den Sabberlätzchen fest ...“

Unterschiedliche Lebensabschnitte bedeuten unterschiedliche Herausforderungen. Da erzähle ich ganz sicher keinem hier was Neues. Und ich selbst wusste das auch. Hatte ich nur irgendwie verdrängt ...

Der Arbeitskollege vom Gatten ist Opa geworden. Der Suse ihre Aufgabe nun: Als Willkommen einen Strampler für des Kollegens Enkel-Spross. Ein Klacks, schließlich haben wir den ganzen Spaß ja schon hinter uns. Schon lange. Meine Kinder durchstreifen bereits das unheimliche Zeitalter der Pubertät. Von daher sind goldige Klamotten mit niedlichen Frosch- oder Koala-Motiven hier Geschichte. Und mit Kindern, die dem Wonneproppen-Alter so ewig entronnen sind, möchte Frau diese Gelegenheit natürlich nutzen. Als alter Hase trägt man nun mal eine gewisse Verantwortung. Wenigstens am Rande sollte ein Mitmischen bei der Babyformung gewährleistet sein. Ganz ohne Spauzelätze auswringen und vollgekackte Windeln entsorgen zu müssen. Diese Tatsache bietet eine gewisse Form von Entspannung. Na ja, zumindest bis zu dem Punkt, an dem Frau enthusiastisch die Babysachen-Abteilung stürmt. Mir entgegen stand unzähliger dekorativer Firlefanz für winzige Prummelbacken. Zauberhaft. Entzückend. Erschlagend. Nach gefühlten drei Stunden habe ich mich schluchzend zwischen die Unmengen an Höschen, Mützchen und Mini-Bodies geworfen und ganz bitterlich geweint. Hätte mir das nicht vorher jemand sagen können, dass der Erwerb eines Stramplers sich zu einer Mammut-Aufgabe entwickeln kann? Ich glaub, ich bin zu alt für so was. (An dieser Stelle denken Sie sich bitte einen theatralischen Seufzer!)

Aber es kam ja noch schlimmer! In der Strampler-Ecke weilte eine ziemlich schwangere Frau, die jedes noch so winzige Teil hingebungsvoll streichelte. Und dabei summte sie vor sich hin. Ich war fast ein bisschen neidisch, denn wenn eine Schwangere summt, ist das wunderschön und völlig normal. Weil sie ja schwanger ist. Da macht man so etwas eben. Wunderschön summen und eingelaufene Klamotten streicheln. Das bezeugt, wie sehr sie sich auf die Ankunft ihres Sprosses freut. Niemand käme auf die Idee, dieses Verhalten in Frage zu stellen. Wenn ich hingegen ein solch inniges Tête-à-Tête mit etwaigen Konsumgütern anstrebe, laufe ich lediglich Gefahr, eingefangen zu werden.

Auf der gegenüberliegenden Seite, bei den Pflegeprodukten, kämpfte eine andere Mama gerade mit ihrem verstimmten Tochterkind. Dieses war wohl ganz offensichtlich davon überzeugt, unbedingt den Badezusatz mit der Prinzessin drauf kosten zu wollen. Kleine Kinder sind aber auch so ... kindisch! Aber goldig sah sie schon aus, mit ihrem lustigen Zwölf-Uhr-Zopf. Nennt man das so? Jedenfalls meine ich die Zöpfchen, die nach Pümpel auf dem Kopf aussehen. Inspirierend. Curling in der Babyabteilung. Aus dem Prinzessinnen-Badezeug ließe sich bestimmt eine tolle Rutschbahn kreieren ...

Jedenfalls befand ich mich mittendrin im Chaos und fühlte mich ziemlich verloren. Die Schwangere war extrem unmusikalisch. Und dann auch noch das kindische Kind. Aber ich hatte ja die Wahl: 1. einfach umdrehen und ab nach Hause, 2. auf ins Gemenge, irgendeinen Strampler geschnappt und ab nach Hause oder 3. völlig überfordert wie Rumpelstilzchen quer durch den Markt hüpfen. 
Ich glaube, ich brauche nicht dazuzuschreiben, welche der drei Möglichkeiten meinem Naturell am ehesten entsprach. Und trotzdem entschied ich mich für Punkt zwei - Strampler schnappen. Ja. Ich schwöre, ich habe dabei auch nur ganz leise gesummt. Während ich den Strampler streichelte. Größe 50. So unfassbar winzig. So unfassbar niedlich. Und mit einem Koala drauf. Mit voll fetter Nase. Also nicht ich, sondern der Koala. Und so flauschig ...

Ganz ehrlich, nachdem mir dann auch noch ein winziger Frosch-Body zwischen die Finger gehüpft ist, war ich völlig fertig. Ich glaube, für die olle, prämenstruelle Mutter sollte ein Babysachen-Streichel-Verbot eingeführt werden. Ich schaffe es und bringe selbst Rumpelstilzchen noch in Verruf. Jedenfalls hoffe ich, dass die nächsten Tage, Wochen, Monate der Krug mit „eingelaufene Klamotten kaufen“ an mir vorüberziehen wird. So schnell sehen die mich bestimmt nicht wieder. Zumindest mal nicht in der Babyabteilung. Zwischen unmusikalischen Schwangeren und Zwölf-Uhr-Zöpfchen. Wollen die wahrscheinlich auch gar nicht. Obwohl ... wenn ich es mir recht überlege, hab ich das Prinzessinnen-Fläschchen ja auch ganz hübsch gefunden ...  :0.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Ein kurzes Lebenszeichen

Ja, mich gibt es noch ... 

Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich Sternzeichen Jungfrau [Aszendent Krebs | Mond im Steinbock] bin? Sternzeichen Jungfrau und die Eigenschaften, die dieser nachgesagt werden, waren mir ja bekannt. Nun habe ich natürlich flott mal die anderen beiden, also Aszendent und Mond, nachgeforscht. Gut so ... denn jetzt weiß ich ganz sicher, dass ich die personifizierte Langeweile bin.
Im chinesischen Horoskop bin ich übrigens ein Hase ... ähm, ja.

Was ich aber eigentlich erzählen wollte, ist, dass Corinna alias Frau Mahlzahn mir bereits vor sechsunddrölfzig Wochen einen Award verliehen hat. Ein Award! Ein Award! Das müsst Ihr Euch mal vorstellen – einen Award – mir – die ich weder mit dem Blog noch auf Instagram in die Puschen komme. (Und hier vor mir liegen Umschläge und Päckchen, die unbedingt zur Post wollen ... hach, Schnarchnase, ich elendige ...) Außerdem hat die großartige, wundervolle, bezaubernde Corinna (ja, ich erstarre vor Ehrfurcht, denn ihren Weg hätte ich mich niemals getraut ...) mich auserkoren, elf Fragen rund um dieses/diesen Blog zu beantworten. Danke, Du Liebe! Ich leg dann mal los ...

  1. Was bedeutet Dein Blog für Dich?
    Hassliebe ist so ein unsinniges Wort. Aber eine schwierige Beziehung ist das zwischen uns allemal. Ich frag mich, wie ich hier weitermachen soll ... steh im Moment wirklich mit einem Fragezeichen da ...
  2. Hat sich Dein Blog im Laufe der Zeit verändert, und wenn ja, wie?
    Nein, ich denke nicht. Hier kann/darf/soll jeder, der möchte, mit einem Lächeln vom Platz gehen. Und ich hoffe, das gelingt mir auch hin und wieder.
  3. Was machst Du, wenn Du nicht bloggst?
    Also quasi jetzt gleich? Bügeln. Und ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich darauf freue ... #natürlichnicht
  4. Welche Art von Blogs liest Du selber gerne?
    Alle, bei denen die Chemie stimmt. Hab ich ein doofes Gefühl beim Lesen, wird das eben nichts mit uns.
  5. Ein Aha-Erlebnis im Internet? (gut oder schlecht)
    Gut → viele liebe Menschen kennen gelernt, tolle Tipps bekommen, gelesen, geschaut, gelacht, geweint ...
    Schlecht → Griesgrummelei. Immer wieder. Peinlich bis ätzend. Scheint so herrlich einfach zu sein, seine missratene Persönlichkeit anonym auf alles und jeden zu verteilen.
    Es lebe das WWW ...
  6. Welche Freundschaft, die im Internet begonnen und sich dann auf's Real-Life ausgeweitet hat, würdest Du nie missen wollen?
    Oh, das kann ich gar nicht so spezifisch sagen. Jedenfalls hätte ich es vor dem Blog wohl kaum für möglich gehalten, so viele liebe Menschen kennen lernen zu dürfen. Und es gibt so einige, die ich echt nicht mehr missen möchte. (Ich schätze, diejenigen wissen auch ganz genau, dass ich sie meine ...) :)
  7. Wie sieht Dein perfekter Tag aus?
    Happy. Zufrieden. Und ja, ein bisschen erfolgreich sollte er auch verlaufen ... (Aber dieser Begriff ist ja zum Glück recht dehnbar.)
  8. Könntest Du Dir vorstellen, einfach alle Sachen zu packen und für eine Weile mal ganz woanders hinzugehen?
    Nö.
  9. Dein Wunsch für die Zukunft Deines Blogs?
    Ein bisschen mehr von allem (Kreativität, Inspiration, Mut, Durchhaltevermögen, etc.)
  10. Dein Wunsch für Deine Zukunft?
    Niemals meine Hoffnung zu verlieren. (Nicht nur für mich, sondern für Euch alle!)
  11. Die Joker-Frage -- was würdest du noch gerne sagen?
    Habt immer ein Lächeln auf den Lippen, gebt die Hoffnung niemals auf und wenn Ihr Enten seht – denkt an mich! :D

Gut, so viel erst mal dazu. (Ich weiß, die Spielregeln sind etwas anders, aber ich wollte doch wenigstens die Fragen beantworten.) Nun frag ich mich aber noch immer, wie und ob es hier weitergeht. Wen interessiert denn schon, wie ich in der Babyabteilung verloren gehe ... oder wie ich mich mit der Evolution des Maulwurfs auseinandersetze ... oder so ... 

Nun denne ... ich grummele dann mal weiter ...


Habt´s hübsch, Ihr Lieben! 
Und hey, wer von Euch hat die Sonne ausgeknipst???

Dienstag, 10. Mai 2016

Aus, Trüffel, das ist Pfui!

Gar nicht so leicht, einen aufmüpfigen Zierfisch bei Laune zu halten

 
Es ist ja nicht so, dass man mich jetzt rein gar nicht auf die Menschheit loslassen kann. Nur ... hätten die in der Tierabteilung des Gartencenters nicht so ungemein kompetente Mitarbeiter, stünde ich dort nun sicher auch auf der schwarzen Liste. Weil es in unserem Aquarium so trostlos aussieht. Und unsere Fische meine Einsätze als aquaristische Landschaftsgärtnerin mit Flossen prügeln. Besonders Trüffel, die olle Stinkbacke.

„Hallo, ich bräuchte eine Wasserpflanze, welche von aufmüpfigen Albino-Panzerwelsen nicht so leicht kaputtgeschnuddelt werden kann. Ach ja, und zu riesig sollte sie auch nicht sein, weil Trüffels Planschbecken echt mini ist.“
Der Aquarium-Experte schaute mich an. Er schien einen Moment zu brauchen, um meinen Satz umzusetzen. Schließlich fing er sich und meinte nur: „Kaputtgeschnuddelt?“
Mein Einsatz!
„Ja“, sprach ich und begann dem Experten zu demonstrieren, wie das so ungefähr auszusehen hat. [Kennt Ihr Davy Jones aus Fluch der Karibik? Wie würdet Ihr den imitieren?] Ich jedenfalls so: Hände an Kinn, Finger nach unten und wild zappelnd. Um das Schnuddeln auch akustisch zu veranschaulichen, fügte ich ein schmatzendes, schlabberndes Geräusch hinzu. Was tut man nicht alles fürs liebe Vieh ...
Während der Typ drei Aquarien weiter scheinbar kurz davor war, ins Becken zu hüpfen, blieb der Experte professionell cool. „Das machen die immer“, meinte er nur. „Wenn denen langweilig ist ... oder die Pflanze nicht gefällt. Dann haben sie natürlich wirklich schlechte Karten.“ Na toll!
„Und was kann man dagegen tun?“, hinterfragte ich unnötigerweise, denn schließlich war die Antwort ja klar.
Und tatsächlich: „Regelmäßig neue Pflanzen kaufen. Vielleicht verliert der Wels irgendwann die Lust am ...“ Er sah mich an und ich so: „Schnuddeln.“ Und er: „Genau. `Mini´ sagten sie?“ Dann zeigte er mir die kleinsten der käuflich erwerbbaren Wasserpflanzen und ich durfte mir die hübscheste aussuchen. Ich entschied mich für das Zierliche Perlenkraut [Micranthemum micranthemoides], welches seinem Namen alle Ehre machte. Hübsch anzusehen, aber eben ... mickrig.


Lange Rede, wenig Sinn  so aufmerksam und kompetent der Experte auch war, ist unser Aquarium zurzeit leider mal wieder ziemlich nackig. Trüffel mochte sich mit dem Zierlichen Perlenkraut (und sämtlichen von mir gebotenen Alternativen) so überhaupt nicht anfreunden. Hat alle weggeschnuddelt. Olle Stinkbacke! 

...

Samstag, 16. April 2016

Zickig für Anfänger

Vielleicht ist der Bergziegen-Style ja auch irgendwann hip ...

Sohnemann hat sich vor Kurzem eine Helmkamera gekauft. Wichtigste Order meinerseits: „Aber nicht die Mama!“
Nun ist das lachende Muttertier vielleicht nicht unbedingt im Bild zu sehen, aber dafür umso deutlicher zu hören. Fragt sich, was tragischer ist, denn wenn ich lache, klinge ich wie eine asthmatische Bergziege. Das hat mir vorher nie jemand gesagt. Und nein, ich übertreibe nicht. Wie würdet Ihr das denn werten, wenn der beste Kumpel vom Sohnemann beim Betrachten der Aufnahme fragt: "Habt ihr ein neues Haustier?" 
Aber mir macht das nichts. Bergziegen sind ganz bewundernswerte Wesen. Die packen jedes Gestein, vom schnuckeligen Kiesel bis zum riesigen Gebirge. Schwierige Wege - gibt es nicht. Und flauschig sind sie auch. Zumindest einige. Und sexy ... okay, sexy ist jetzt etwas sehr weit hergeholt ...

Ach, es hilft ja nix - ich geh dann mal schmollen ...

Nein, das ist keine Bergziege. Glaub ich zumindest. Aber immerhin – eine Ziege.

Donnerstag, 14. April 2016

Hörnchen-Alarm

Als die jungen Wilden meinen Weg kreuzten und mich um meine Medaille brachten

Gestern, kurz nach sieben. Sohnemann, seine Klassenkameradin und die lauffaule Zimmerpflanze für die Lehrerin, welche Geburtstag hatte (die Lehrerin, nicht die Zimmerpflanze), bekamen ausnahmsweise einen Chauffeurdienst zur Schule. Der direkte Weg fiel flach, da ein unfassbar langer LKW die Kreuzung blockierte. Darum Plan B. Und während mich noch meine frühmorgendliche Spontaneität in müdes Staunen versetzte, bemerkte ich im Augenwinkel, dass von links etwas angehuscht kam. Eine Bande junger Eichhörnchen, die mein Auto und mich vor lauter Rumtollen gar nicht zur Kenntnis nahmen. Zum Glück funktionierte das Zusammenspiel von panischem Aufschrei, desorientierten Füßen und exakt greifender Bremse. Hirn lasse ich jetzt mal außen vor, schließlich hörte ich mich doch tatsächlich zu meinem Sohn sagen: „Steig mal aus und guck, ob ich eins überfahren hab.“ Ich Rabenmutter! Dem Himmel sei Dank hab ich keinen der Flauschs erwischt. Schätze, die „Mutter-des-Tages-Medaille“ kann ich trotzdem getrost knicken ...







Randbemerkung:
Sorry, leider sind die Aufnahmen nicht sonderlich scharf. Find ich ärgerlich, aber diese kleinen Rabauken waren echt verflucht schnell ... zu schnell für mich Dösbaddel ... um kurz nach sieben ... morgens ...

Samstag, 6. Februar 2016

Liebe Fassenacht, ich kapier dich einfach nicht

Je offensichtlicher die Verkleidung, desto unwahrscheinlicher, dass es eine ist ...

Nun lebe ich seit über 20 Jahren in einer Gegend, deren Gepflogenheiten mir nach wie vor suspekt sind. Da wäre zum Beispiel die seltsame Sprache. Unangefochten auf Platz eins. Ernsthaft, ich schau immer noch belämmert aus der Wäsche, wenn sich ein Ureinwohner mit mir in seiner Muttersprache unterhalten möchte. Und dann hätten wir da noch, quasi aus aktuellem Anlass, die Fassenacht. Gleichfalls fremdländisch. Fünfte Jahreszeit ... hö? Eine Zeit, die nicht nur Fragen aufwirft, sondern auch neue Peinlichkeiten im Gepäck hat. Für mich. Was soll´s ... bin ich ja gewohnt. Fettnäpfe, versammelt euch, die Suse ist im Anmarsch! Auf irgendeinem Gebiet muss man ja toppen ... 

Fassenacht also. Flauschige Häschen, gruselige Clowns, blasse Indianer. Und Aliens. Die gehen immer. Bei mir sowieso. Und wenn ich glaube, eins entdeckt zu haben, bin ich ja so was von aus dem Häuschen. Ja, und wenn ich dann noch meine fünf Minuten bekomme und mich, weil es die Zeit nun mal so wünscht, auf Fassenacht einzulassen versuche, passiert so etwas:
Ich entdecke also ein großes, schlacksiges Alien im Discounter. Wie herrlich! Nun imitiere ich flugs eine jecke Fassenachterin, beginne mich freudig vor dem außerirdischen Wesen aufzubauen und starte ein vorbildlich galaktisches Gacksen und Glucksen, um diesem großen, schlacksigen Alien beeindruckt zu signalisieren, wie unfassbar genial ich sein Kostüm finde. Und was macht es? Es hebt das eingeschweißte Zebra-Kostüm in seiner linken Hand hoch und meint: „Ich geh als Tiger ... und du?“ :0.