Samstag, 18. November 2017

Spieglein, Spieglein an der Wand ...

Und das mit den launischen Konfektionsgrößen ist ja auch immer wieder so ein Desaster

Die Norm der Größen-Etiketten schwankt doch arg. Dass M ein M ist, differiert da ebenso wie das XL, welches seinem Namen schon lange keine Ehre mehr macht. Von den restlichen Größen will ich gar nicht erst anfangen.
Seit längerem beschäftigt mich nun die immer wiederkehrende Frage, warum und weshalb das so ist. Zu einer genauen und vor allem befriedigenden Erklärung bin ich allerdings noch nicht gelangt. Und so wage ich die kühne Behauptung, dass die flunkernden Größenangaben lediglich zur Belustigung des Spiegels vorgesehen sind, der in der Umkleide auf seine potentielle Beute wartet ...

Ja, um lästiges Umtauschen zu minimieren, gebe auch ich mich inzwischen hin und wieder der Qual hin, die Klamotte meiner Begierde anzuprobieren, bevor sie mich zu mir nach Hause begleiten darf. Vor einiger Zeit also: ich > T-Shirt > Umkleide. Und da das zuletzt ohne Anprobe erworbene M meine zarten Proportionen doch recht enge umschnürte, wählte ich dieses Mal direkt L mit in die Kabine. Und L saß wie ein Sack. Äußerst unvorteilhaft. Juchhu!
Von euphorischen Höhenflügen getrieben, musste nun schnellstens ein M anprobiert werden. L ging, M kam, ich probierte und ... gibt es zwischen M und L eventuell noch eine Konfektionsgröße, von der mir niemand etwas gesagt hat? Hätte ich Luft bekommen, hätte ich nur zu gerne nach dieser geschnappt. Stattdessen konzentrierte ich mich aufs Blau-Anlaufen.
Wenig hilfreich und definitiv aufs Zanken gepolt, hörte ich in einem klaren Fall von Sauerstoffmangel nun auch noch den Spiegel fispern: „Na, Flocke, waren wir da jetzt nicht ein bisschen zu optimistisch?“ Als ob es nicht schon reichte, dass ich mir die Kabine mit ihm teilen musste. Boshafte Kreatur! Und dann grölte er doch tatsächlich noch: „Hahaha, wie ne Pellwurst im Darm.“
Echt jetzt? Erdnuckelige 1,60 Meter, Größe M und BMI 19,1 (Anm. d. Red.: das heißt so viel wie zwar recht kurz, aber mit Normalgewicht ausgestattet“). Ist ja wohl gut so. Oder eben L. Aber immer noch gut so. Und BMI 19,1 bleibt ja. Egal, was die Etiketten unken. Aber nö, der Spiegel musste ja gleich wieder an meinem verschollenen Selbstwertgefühl knabbern. Und würde es nicht sieben Jahre Pech bedeuten, dann hätte ich ...
Nun gut. Habe schließlich und letztendlich und aus lauter Gnatz M mitgenommen. Beweist sich nach wie vor als extrem anschmiegsam. Pellwurstig anschmiegsam. Macht aber nichts, Hauptsache ich konnte dem impertinenten Spiegel eins auswischen ... 🙄